Wärme stärker von der Sonne nutzen

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Solarthermie-Anlagen mit 3 bis 5 Cent pro Kilowattstunde wettbewerbsfähig für die Wärmeerzeugung. Der Bundesverband Solarwirtschaft reagiert auf die KWK- Gesetztes-Novelle

Für eine erfolgreiche Energiewende muss auch die fossil erzeugte Fernwärme in den Hintergrund treten und sich maximal auf die Heizperiode beschränken. Das Thema Solarenergie für die Wärmeproduktion muss stärker in den Vordergrund und in ein Gesamt-Energiekonzept rücken, soll eine klimaneutrale Zukunftsperspektive ernsthaft umgesetzt werden. So äußerte sich Carsten König, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar im Rahmen eines m 6. Juli stattgefunden Pressegespräches, zu dem weitere Experten geladen waren. So sei auch eine ganzjährige Subventionierung der Kraft-Wärme-Kopplung aus fossiler Energie konterproduktiv für den Klimaschutz. Könnten doch die KWK-Anlagen durchaus eine Sommerpause einlegen und im Sommer die Arbeit der Wärmeenergieproduktion den deutlich umweltfreundlicheren Solarthermie-Anlagen überlassen, die ihre Energie in die Wärmenetze einspeisen könnten.


Ohne Solar-Wärme keine Energiewende


In etwa 54% des aktuellen Endenergiebedarfs liegen im Bereich Wärme – bei steigenden Kosten. Im Durchschnitt wenden Haushalte doppelt so viele Mittel für Wärme auf wie für Strom. Allein diese Zahlen lassen deutlich werden, wie wichtig die Wärmeproduktion innerhalb der Energiegewinnung ist, die bislang zu 80% aus fossilen Energieimporten gespeist wird. Laut Dr. Matthias Sandrock, Geschäftsführer des HIC Hamburg Instituts, könnte die Kombination von Fernwärme mit Solarthermie dauerhafte CO2-Einsparungen 3-5 Millionen Tonnen erreichen.


Solarland Dänemark


Dass Fernwärme und Solar miteinander harmonieren sieht man am Solar-Boomland Dänemark. Hier entwickelt sich seit einigen Jahren ein immer schneller wachsender Markt für solare Fernwärme. Und die Entwicklung wird von staatlicher Seite forciert und unterstützt. Vorgesehen ist sogar eine vollständige Umstellung von Fernwärmegewinnung auf Erneuerbare Energien. Christian Stadler, Geschäftsführer der ARCON Solarwärme GmbH, geht davon aus, das große Solarwärmeanlagen für drei bis fünf Cent je Kilowattstunde Wärme erzeugen könnten. Das Beispiel Dänemark zeigt sehr wohl, dass Solarthermie auch in nördlichen Gefilden funktionieren kann. Bei einer erfolgreichen Etablierung der Solarthermie stehen 25 Jahre fixe und vor allem weitaus niedrigere Wärmekosten für Endkunden in Aussicht.


KWK und Solarthermie – Hand in Hand statt gegeneinander!


Doch wieso lässt sich eine ähnliche Innovationskraft in Deutschland bislang nicht beobachten? Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW Solar) sieht die Ursachen vor allem in der Überförderung der gasbasierten Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und daraus resultierende Nachteile für die solare Fernwärme. KWK und Solarthermie sollten nicht gegeneinander sondern vielmehr Hand in Hand arbeiten. So sprach sich Körnig als Vertreter der Branche für eine Wärmewende aus, die KWK und Solaranlagen kombiniert. Langfristige Kostensicherheit und Einsparungen der ansonsten anfallenden Brennstoffkosten sind da nur einige von vielen anderen Gründen, der Solarthermie in Deutschland nicht den Rücken zu kehren.
Hintergrund ist dieser Aussagen ist die aktuelle Novelle des Kraft-Wärme-Kopplung-Gesetzes. Nach Auffassung des Bundesverbandes Solarwirtschaft sollte die Förderung des KWK-Stroms lediglich auf die Heizperiode konzentriert werden, um den Kommunen und Stadtwerken den Einstieg in solarthermische Wärmenetz überhaupt zu ermöglichen. Denn eine verstärkte Integration Erneuerbarer Energien und die Wärmeversorgung bedeutet langfristig eine Kostensicherheit, die unabhängig von volatiler Preisgestaltung im Bereich Strom und Brennstoff wäre.


„Die Potenziale der Erneuerbaren Energien sind noch lange nicht ausgeschöpft. Schon lange verfolgen wir bei KOCO den Ansatz ganzheitlicher Energiekonzepte: Strom, Wärme, Kälte und E-Mobility.
Das alles muss technologisch, betriebswirtschaftlich und auch logistisch in den Unternehmen zusammen passen. Wir stoßen aber immer wieder auf das Scheuklappen-Syndrom. Die Technologien und Komponenten sind Deutschland entwickelt und einsetzbar. Es bedarf leider aber noch intensiver Überzeugungsarbeit“, so der Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzende der KOCO AG, Klaus-Michael Koch.

Kommunale Wertschöpfung, Vortrag 8. Bayerisches Energieforum (Summary)

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Mit Photovoltaik und Stromspeicher Kurs auf rentable regionale Selbstversorgung

Die gesetzliche Grundlage der Arbeit im Bereich der Erneuerbaren Energien ist das im Jahr 2000 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist es sowohl „das Steuerungsinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energie zur nachhaltigen Energieversorgung“, und soll zudem auch „die volkswirtschaftlichen Kosten der Energie verringern.“ Beides wurde in vielen Bereichen bereits erreicht:

- Die Kosten der Erzeugung von regenerativer Energie wurden gesenkt,

- die Energiewirtschaft hat sich zum Vorteil der Endverbraucher verändert und

- die bürgerliche Mitte konnte beim Ausbau alternativer Energieformen eingebunden werden.

Auch die dezentrale Energiewende durch die Kommunen und regionalökonomische Effekte sind als Erfolge zu verbuchen. Über 140 Landkreise, Gemeinden, Regionalverbünde und Städte wollen ihre Energieversorgung auf erneuerbare Energien umstellen und haben sich als 100ee-Regionen im Projekt „Entwicklungsperspektiven für nachhaltige 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen in Deutschland“ zusammengetan.

Kommunen sind aber nicht nur wichtige Treiber, sie selbst können auch von diesem Energie-Ausbau profitieren, denn die Energieerzeugung von morgen geschieht meist dezentral aus heimischen Energiequellen und mit Unterstützung durch regionale Technologien und Dienstleistungen.

Die Gewinne der beteiligten Unternehmen, das Nettoeinkommen der Beschäftigten und die an die Kommune gezahlten Steuern sind Elemente der kommunalen Wertschöpfung. Vor Ort werden Komponenten hergestellt, die Energie-Erzeugungsanlagen geplant, gebaut, finanziert und gewartet. Das gilt für viele Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Die Photovoltaik ist dabei der größte Motor der Wertschöpfung, die im PV-Bereich im Jahr 2012 7,5 Milliarden Euro betrug und somit über 40 Prozent der gesamten Wertschöpfung durch erneuerbare Energien (zwei Drittel davon werden übrigens auf kommunaler Ebene erbracht) ausmacht.

Auch wenn man sich den Einzelfall ansieht, beeindrucken die Zahlen. So beläuft sich die kommunale Wertschöpfung lokaler Beteiligung beispielsweise bei einer Investorenanlage mit 1 MW auf 19.000 Euro/p. a. und bei einer Bürgeranlage mit gleicher Leistung sogar auf 64.000 Euro/p. a. Wenn auf Gemeinde-Ebene die Weichen richtig gestellt werden, ist vieles möglich. Stellschrauben können zum Beispiel mit der Verpachtung von Konversionsflächen und natürlich in der Nutzung von Dachflächen: Kommunale Dächer können verpachtet oder mit Eigenverbrauchsanlagen ausgestattet werden. Die Dächer von gewerblichen oder privaten Gebäuden bieten sich für Energiegewinnung für den Eigenverbrauch an. Darüber hinaus können solche Anlagen, genau wie Bürgerenergieanlagen und Speicher, direkt oder indirekt finanziell gefördert werden.

Die KOCO Energy bietet ein Pachtmodell bis 200 KWp für Gewerbedächer und Dächer der Kommunen an. Für den Immobilieneigentümer hat diese Möglichkeit große Vorteile. Er schließt einen Pachtvertrag über 20 Jahre, bekommt eine jährliche Pacht und ggf. eine Einmalzahlung vorab während der Investor alle Risiken trägt und Strom in räumlicher Nähe zum Eigenverbrauch verkauft. Dagegen könnte bei Installation einer 30 KWp-Eigenanlage mit Speicher auf einer kommunalen Immobilie ein Strom-Festpreis für mindestens 20 Jahre garantiert werden.

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